Schriftstellerei,  Veröffentlichungen

Veröffentlichungen

  • 2017 Veröffentlichung von „Einstmals“ in der Anthologie
    „365 Tage Liebe“, Wiesenburg Verlag.

  • 2021 erschienen „Miasma“ und „Erosion“ im
    Kunst-Kultur-Literatur Magazin #kkl.
  • 2022 Veröffentlichung von „Rückkehr nach Eden“ in der Anthologie „Ortswechsel“, Edition Maya.
  • 2023 Veröffentlichung von „Der Besuch“ und „Der Mahner“ in der zweiten Anthologie „365 Tage Liebe“, Edition Maya.
  • 2023 erschien „Weggefährte“ im Kunst-Kultur-Literatur Magazin #kkl.
  • 2024 erschienen „Enge Schublade“ und „Scheiterhaufen (Aquarell) im eXperimenta – Magazin für Literatur, Kunst und Gesellschaft, Heft 3/2024

  • 2024 Veröffentlichung von „Briefgeheimnis“ in der Anthologie „Antworte mir, verdammt!“, SL Schreiblust-Verlag.
  • 2025 erschien „Ins Blau“ im Jahrbuch 2024 des SL Schreiblust-Verlag.
  • 2025 Veröffentlichung von „Frieden“ in der Anthologie „365 Tage Frieden“, Edition Maya.
  • 2025 erschien „Lange Schatten“ in der Krimi-Anthologie des SL Schreiblust-Verlag.
  • 2025 erschien „13 … Minuten“ in der 13. Anthologie der Münchner Schreiberlinge.
  • 2025 Veröffentlichung von „Wahrheit“ im eXperimenta – Magazin für Literatur, Kunst und Gesellschaft, Heft 11/2025

Erosion

Du und ich. Fühlt sich vertraut an und sanft wärmend. Was
haben wir schon alles durchgemacht. Was uns gesagt und was nicht sagen müssen.
Das „Und“ verbindet, hält zusammen. Ergibt das „Wir“ der Nähe, des untrennbaren
Weges – so felsenfest. Doch nicht nur Felsen leiden unter Erosion.

Zeit ist ein Faktor, der nicht wirklich greifbar ist. Zu
unkalkulierbar, zu unbeständig. Und auch zu individuell. Eine Macht, nicht am
Sekundenzeiger ablesbar. Neue Regeln, neuer Abstand sind ihre aktuellen Waffen,
die auf alles Einfluss nehmen. Das „Und“ verliert im Alltagsgrau die
Leuchtkraft.

Ballast der Zeit: Der Mangel an Neuem, an Anregung, an
Leichtigkeit wiegt schwer. Die Seele erstarrt, Gedanken drehen sich im Kreis.
Das Abbild im Spiegel verlangt nach einem zweiten Blick. Das Lächeln fehlt, da
unter der Maske nicht geübt. Dazu neue Falten, distanzierte Augen. Wer weiß,
was noch.

Ausbruch aus der Zurückgezogenheit, obwohl sie sich als
Komfortzone tarnt. Ein steiniger Weg, denn „Du und ich“ scheint abstrakt. Das „Wir“
mutiert derzeit zur Kraftanstrengung. Das Schneckenhaus ist eine Festung. Neue
Grenzen tun sich auf, nicht vorhersehbar in ihrem Standort und ihrem Verlauf.

Zwei Leerzeichen zwischen „Du und ich“, ganz unauffällig
neben Buchstaben in Schwarz. Vielleicht sind sie gefährlich. Leerstellen können
sich mit allem füllen. Mit Ungesagtem, doch Gehofftem; mit Versäumtem. Sie
können sich zum Abgrund auswachsen; eine neue Gefahr, ein neuer Virus sein:
Einsamkeit!

Vielleicht sollte ich „DUUNDICH“ schreiben, in einem Wort,
in Großbuchstaben. Um „Uns“ zu retten.

 

© J. W. Anders

Weggefährte

Lebensspender, Zufluchtsort
Aufrecht, scheinbar unversehrt
Stimmt nicht!
Dein grüner Schatten ist zu licht
Und die Steppen wandern gen Norden

Ignorieren, Bagatellisieren
Bei Saurem Regen, Artensterben
Idiotisch!
Sie, die wissen, wussten lange schon
Und suchen hinter Sternen neue Welten

Hitzeflirren, Überflutung
Warnsignale – noch verkannt?
Es eilt!
Ohne dich kann ich nicht sein
Wir leben und sterben gemeinsam

 © J. W. Anders
Alter Baum
Alter Baum, Kohle

Hoffen

Sprenge mit mir das Hier und Jetzt
Lass uns vertrauen, dass es Morgen gibt
Im Schwarz die Farben wiederfinden
Unser Flüstern hören in der Stille

Sprenge mit mir das Hier und Jetzt
Zerbrich den Käfig, der Sicherheit heißt
Unerforscht lockt der Horizont
Das Kartenhaus schützt nicht

Sprenge mit mir das Hier und Jetzt
Nimm meine Hand, verzweifle nicht
Am Abgrund stehend lass uns hoffen
Und springen

 © J. W. Anders

Hoffnung, Aquarell